350 Grüntöne


Bjørn Strong's systemische Kritik ist schwer zu widersprechen, aber seine Wahrheiten sind nicht unbedingt andere.

Hammer ist Dr. Polit. in Soziologie und regelmäßiger Gutachter in MODERN TIMES.
Email: svein.hammer@gmail.com
Veröffentlicht am: 2018
Das Streben nach grünem Glück
Autor: Bjørn Strong
Verlag: Humanistischer Verlag, Norwegen

Mit Blick vom Fahrradsitz führt uns der Sozialdebater Bjørn Stark durch eine 350-seitige Jagd nach grünem Glück. Von der Gepäckablage aus hatte ich eine wirklich schöne Reise, obwohl ich dachte, die Reise hätte kürzer sein können.

Die Erzählung des Buches wurzelt in dem Thema des Autors, der an der Welt teilnimmt und sie betrachtet und der dabei einen Strom von Gedanken über menschliches Glück, Verantwortung und Lebensweise vermittelt. Schritt für Schritt wird der geduldige Leser in die Richtung einer Erfahrung geführt, die von der modernen Konsumkultur und ihrem Streben nach Fortschritt und Wachstum angetrieben wird. Es könnte als eine phänomenologische Suche nach dem Kern der Lebensqualität eingestuft werden?

Ein offener Text

Wir begegnen einer Perspektive, die das Konkrete, das Lokale und das Menschliche schätzt, mit Schwerpunkt auf Würde, Macht an der Basis, Vielfalt und Nachhaltigkeit. Diese Reihe von Ehrenwörtern kann dem Abstrakten, Globalen und Weitreichenden gegenübergestellt werden, das sich durch Effizienz, Technokratie, Ausrichtung und Grenzenlosigkeit auszeichnet. Ziel des Autors ist es nicht, die letztgenannte Ordnung abzuschießen, sondern deren Wert zu steigern. Im ganzen Buch zeigt er, dass diese Verwendung nachdenkliche Gedanken und echte Inhalte enthält. So verbindet Bjørn Sterk eine grüne Landschaft mit Spuren aus dem 1800. Jahrhundert. Gleichzeitig ist er fest in der modernen Stadtgesellschaft verankert. Er ist daher ein bisschen skeptisch gegenüber denen, die das Leben in der Natur weit außerhalb des Alltäglichen idyllisieren: Grünes Glück findet sich auch im Zusammenspiel mit den Qualitäten des urbanen Lebens. Es gibt zweifellos eine Schätzung der Zweideutigkeit in dem, was geschrieben steht. Eine Öffnung in mehrere Richtungen, die durch eine Art Hass-Liebe-Beziehung zum Konservatismus verstärkt wird. Ich spüre diese Bereitschaft, Komplexität zu erkennen. Angesichts der Herausforderungen unserer Zeit brauchen wir weniger Sicherheit und mehr Akzeptanz für das Mehrdeutige und Komplexe.

Schätzt konkret, lokal und menschlich, mit einem Schwerpunkt auf Würde, Basismacht, Vielfalt und Nachhaltigkeit.

Deine und meine Wahrheit. Nach dem Radfahren auf dem Land und zurück in die Stadt liegt der Schwerpunkt des Buches auf der Verbrauchergemeinschaft und der Tendenz, uns Menschen zu Verbrauchern zu machen. Systemkritik ist klar, sie ist aufschlussreich und trifft so, wie es sich anfühlt. Wer die beleuchteten Beispiele liest, ohne sich über die Ungerechtigkeit der Welt zu ärgern, dem fehlt Empathie. ...


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