Als der Terrorismus Europa bedrohte


Der Dokumentarfilm A German Youth erzählt die Geschichte der Baader-Meinhof-Gruppe ausschließlich anhand von Archivclips. Die Parallelen zum heutigen Nachrichtenbild werden dadurch nicht weniger deutlich.

Email: redaksjon@nytid.no
Veröffentlicht am: 2016

A Deutsche Jugend (Une Jeunesse Allemande)
Regie und Schnitt: Jean-Gabriel Periot

„Die Welt lebt heute unter ständiger Angst vor Terrorismus. Es gibt keinen Ort auf der Welt mehr, der vor Bomben, Entführungen und Geiseln geschützt ist “, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine deutsche Jugend. Das klingt vielleicht nach einem Argument für die Verschärfung unseres "Krieges gegen den Terror", aber der Clip ist mehr als 40 Jahre alt. Denn obwohl unser Kontinent in den letzten Jahren von einigen größeren Terroranschlägen heimgesucht wurde, sind solche Prognosen Berichten zufolge häufiger aufgetreten und führten in den 70er und 80er Jahren in Westeuropa zu mehr Todesfällen als in den aktuellen und früheren Jahrzehnten. Dies war zumindest die Botschaft in einem Artikel, der wenige Wochen nach dem Terroranschlag in Paris im November von der Urix-Redaktion auf der NRK-Website veröffentlicht wurde. Und es kann heutzutage wichtig sein, daran erinnert zu werden, dass es angesichts der terroristischen Bedrohung und des Flüchtlingsstroms schwierig zu sein scheint, den Kopf kalt und das Herz warm zu halten.

Zugegebenermaßen betont der Terroristenforscher Thomas Hegghammer in demselben Artikel, dass der Rückgang vor allem in Großbritannien und Spanien spürbar war, wo Vorfälle in Nordirland und im Baskenland in den zwei Jahrzehnten zu vielen Todesfällen führten. Es gab aber auch bedeutende terroristische Gruppen in anderen europäischen Ländern - einschließlich der Westdeutschen Roten Armeegruppe (RAF), die Eine deutsche Jugend geht es um.

Eine Umfrage, die bei ihren beliebtesten durchgeführt wurde, ergab, dass 25 Prozent der Westdeutschen unter 40 Jahren Sympathien für die Baader-Meinhof-Gruppe hatten.

Der Dokumentarfilm, der von dem Franzosen Jean-Gabriel Periot inszeniert und bearbeitet wird, wurde letztes Jahr auf der Berlinale uraufgeführt und im Herbst auf den Internationalen Filmfestspielen von Bergen gezeigt. Durch eine beeindruckende Zusammenstellung von Archivclips erzählt es die Geschichte der RAF, bekannt als "Baader-Meinhof-Gruppe", nach den beiden zentralen Mitgliedern Andreas Baader und Ulrike Meinhof. Zusammen mit dem Studenten Gudrun Ensslin und dem Anwalt Horst Mahler gründeten sie 1970 die linke städtische Guerillagruppe, die durch Bombenangriffe, Hinrichtungen und Entführungen ihre brutalen Spuren in der Nachkriegsgeschichte Westdeutschlands hinterließ.

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Nachkriegszeit. Eine deutsche Jugend beginnt mit der Frage, ob es heute möglich ist, in Deutschland Filme zu drehen, die in einem der vielen…


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